Gemeinsames Lernen

Das Fach Chemie

Was ist eigentlich Chemie? Mit dieser Frage steigen wir in der 8. Klasse in ein neues, spannendes Schulfach ein.

Chemie ist, wenn es stinkt und knallt! So könnte zumindest eine erste Erkenntnis lauten. Anhand von zahlreichen Experimenten mit dem Gasbrenner, mit Säuren und brennenden Metallen, mit unsichtbaren Stoffen und eigenartigen Flüssigkeiten versuchen wir diese erste Definition im Laufe der Jahre immer weiter zu verfeinern und zu ergründen, „was die Welt im Innersten zusammen hält“. Denn recht schnell wird deutlich: Chemie begegnet uns wirklich überall in unserem Alltag!

Wir bauen Modelle von Molekülen und bemühen in den höheren Klassen immer wieder auch die Mathematik – im Zentrum des Chemieunterrichts am MGG steht aber immer das Experiment.

Text: Ric

Aktualisiert: 05.12.25

Eindrücke aus dem Chemieunterricht

Forschen für eine nachhaltige Zukunft

„Abhängigkeit bei seltenen Erden – europäische Unternehmen in der Falle.“, „Ein Müllteppich vier Mal größer als Deutschland treibt auf dem Pazifik.“, „Hohe Glyphosatkonzentration im Abwasser nachgewiesen.“ So oder so ähnlich klingen regelmäßig erschreckende Schlagzeilen und genau damit haben sich am 19.01.2026 zwölf Schülerinnen und Schüler des Basisfachs Chemie der Kursstufe 1 im Schülerlabor der Universität Tübingen beschäftigt.

Vor der eigentlichen Praxisarbeit wurden die Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler zum Einfluss der Chemie auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen abgefragt. Anschließend konnten sie diesen, von Lehramtsstudierenden der Universität betreut, mit lebensnahen Szenarien experimentell umsetzen. Wie kann das Element Ytrrium, ein bedeutender Vertreter der seltenen Erden, mit Hilfe des Trendgetränks Kombucha aus alten Energiesparlampen zurückgewonnen werden. Vorteil gegenüber herkömmlichen Verfahren ist der Einsatz von ungefährlichen und einfach verfügbaren Materialien. In Zeiten, in denen regionalbegrenzte Rohstoffvorkommen als geopolitisches Machtinstrument missbraucht werden, ist dieses sogenannte Urban-Mining nicht nur aus ökologischer Perspektive von dringlichster Bedeutung.

Im zweiten Verfahren wurde eine Kunststofffolie aus Methylacrylat mit Hilfe von Nanotechnologie recycelt, wobei das fertige Produkt tatsächlich strapazierfähiger als neu hergestellte Folien war. Ziel hierbei ist es begrenze fossile Rohstoffe möglichst im Kreislauf zu halten und das übergreifende Problem der Kunststoffabfälle langfristig zu lösen.

An der dritten Station wurden Gewässerproben auf Belastung des Unkrautvernichters Glyphosat untersucht. Es wurden Proben aus verschiedenen Umgebungen genommen, mit Hilfe von Farbreaktionen analysiert und die überraschenden Ergebnisse interpretiert. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler, dass durchaus auch völlig andere Ergebnisse gegenüber der ursprünglichen Hypothese ermittelt werden können. Die hohe wissenschaftliche Kunst ist es diese Ergebnisse entsprechend zu interpretieren und die notwendigen Schlussfolgerungen zu schließen. Dies ist einem wissenschaftlichen Team der Universität Tübingen vor einigen Jahren spektakulär gelungen – zur nachträglichen Entlastung des Unkrautvernichters – und die Nachwuchswissenschaftlerinnen und – wissenschaftler des MGG konnten dieselben unerwarteten Erkenntnisse erzielen.

Besonders gelungen beim Schülerlabor der Universität Tübingen ist die Verknüpfung chemischer Methoden und Fragestellungen mit gesellschaftswissenschaftlichen Anwendungen. Die lebensnahe Aufbereitung und Durchführung in kleinen Gruppe durch Studierende ist zusätzlich motivierend. Nebenbei wurden auch allerlei Fragen zum Studium und wissenschaftlichen Arbeiten beantwortet, sodass auch ein wichtiger Beitrag zur Berufsorientierung geleistet wurde.

Bericht und Bilder:

Maximilian Petermann

05.02.26

Erdbeereis mit flüssigem Stickstoff

Als verdiente Belohnung nach dem erfolgreichen Chemieabitur konnten die Schülerinnen und Schüler des Chemie-Leistungskurses 2022 mit Hilfe von flüssigem Stickstoff selbstgemachtes Erdbeereis herstellen – eine willkommene Abkühlung in den heißen Sommertagen…

Exkursion zur BASF

Der Chemie Leistungskurs der jetzigen Kursstufe 2 besuchte am 25.07.2022 den Chemiekonzern BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik) in Ludwigshafen. Begleitet wurden sie von ihrem Kurslehrer Herr Petermann sowie dem Chemie-Referendar Herrn Hafen. Trotz zehrendem Zwischenhalt in Stuttgart erreichte die Gruppe gerade noch rechtzeitig die Führung durch das Besucherzentrum der BASF. Ein Guide erzählte zu Beginn spannende Fakten zur Geschichte des Unternehmens und der Chemie, die uns im Alltag begegnet. Bei dem heißen Wetter ausgestattet mit blauen Schutzkitteln, kurzer Hose, Sicherheitshelm und Schutzbrille wurde der Chemiekurs begleitet von informativem Wissen mit einem Bus durch das weitläufige Gelände des Konzerns gefahren. Bei einem Stopp wurde die riesige Anlage des Steamcrackers dem Kurs nahegeführt. Nach dem Ende der Tour durch das Gelände der BASF verbrauchten die (angehenden) Chemiker in Mannheim noch ein paar schöne Stunden beim gemeinsamen Mittagessen und angeregter Diskussion über das Erlebte.

Marie Krauß, Emilian Engelhardt, Zoë Raible (KS2)

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