• Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Gemeinsames Lernen

Forschen für eine nachhaltige Zukunft

„Abhängigkeit bei seltenen Erden – europäische Unternehmen in der Falle.“, „Ein Müllteppich vier Mal größer als Deutschland treibt auf dem Pazifik.“, „Hohe Glyphosatkonzentration im Abwasser nachgewiesen.“ So oder so ähnlich klingen regelmäßig erschreckende Schlagzeilen und genau damit haben sich am 19.01.2026 zwölf Schülerinnen und Schüler des Basisfachs Chemie der Kursstufe 1 im Schülerlabor der Universität Tübingen beschäftigt.

Vor der eigentlichen Praxisarbeit wurden die Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler zum Einfluss der Chemie auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen abgefragt. Anschließend konnten sie diesen, von Lehramtsstudierenden der Universität betreut, mit lebensnahen Szenarien experimentell umsetzen. Wie kann das Element Ytrrium, ein bedeutender Vertreter der seltenen Erden, mit Hilfe des Trendgetränks Kombucha aus alten Energiesparlampen zurückgewonnen werden. Vorteil gegenüber herkömmlichen Verfahren ist der Einsatz von ungefährlichen und einfach verfügbaren Materialien. In Zeiten, in denen regionalbegrenzte Rohstoffvorkommen als geopolitisches Machtinstrument missbraucht werden, ist dieses sogenannte Urban-Mining nicht nur aus ökologischer Perspektive von dringlichster Bedeutung.

Im zweiten Verfahren wurde eine Kunststofffolie aus Methylacrylat mit Hilfe von Nanotechnologie recycelt, wobei das fertige Produkt tatsächlich strapazierfähiger als neu hergestellte Folien war. Ziel hierbei ist es begrenze fossile Rohstoffe möglichst im Kreislauf zu halten und das übergreifende Problem der Kunststoffabfälle langfristig zu lösen.

An der dritten Station wurden Gewässerproben auf Belastung des Unkrautvernichters Glyphosat untersucht. Es wurden Proben aus verschiedenen Umgebungen genommen, mit Hilfe von Farbreaktionen analysiert und die überraschenden Ergebnisse interpretiert. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler, dass durchaus auch völlig andere Ergebnisse gegenüber der ursprünglichen Hypothese ermittelt werden können. Die hohe wissenschaftliche Kunst ist es diese Ergebnisse entsprechend zu interpretieren und die notwendigen Schlussfolgerungen zu schließen. Dies ist einem wissenschaftlichen Team der Universität Tübingen vor einigen Jahren spektakulär gelungen – zur nachträglichen Entlastung des Unkrautvernichters – und die Nachwuchswissenschaftlerinnen und – wissenschaftler des MGG konnten dieselben unerwarteten Erkenntnisse erzielen.

Besonders gelungen beim Schülerlabor der Universität Tübingen ist die Verknüpfung chemischer Methoden und Fragestellungen mit gesellschaftswissenschaftlichen Anwendungen. Die lebensnahe Aufbereitung und Durchführung in kleinen Gruppe durch Studierende ist zusätzlich motivierend. Nebenbei wurden auch allerlei Fragen zum Studium und wissenschaftlichen Arbeiten beantwortet, sodass auch ein wichtiger Beitrag zur Berufsorientierung geleistet wurde.

Bericht und Bilder:

M. Petermann

Wir freuen uns auf Euch

Für alle Fragen und Anregungen finden Sie hier den richtigen Ansprechpartner